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Die WG Dresden bei einem Spaziergang im Herbst
Die WG Dresden bei einem Spaziergang im Herbst

Die inklusive WG6plus4 - das sind wir

Mit guter Begleitung zum eigenen Wohntraum

Autor: Christian Stoebe

Die inklusive WG 6plus4 ist die erste selbstorganisierte Wohngemeinschaft in Sachsen, in welcher 6 Menschen mit Behinderung, 4 Menschen ohne Behinderung sowie die WG-Hündin Martha selbstbestimmt zusammenleben. Entstanden ist die WG durch das Engagement der Bewohner:innen sowie deren Eltern, welche als gesetzliche Betreuer:innen seit 2014 den Traum des inklusiven Wohnens verwirklichten.

Unterstützt wurden Sie dabei von der Lebenshilfe Dresden, welche im Rahmen des Projektes WOHNENmittendrin die Prozessbegleitung der WG übernahm. Im Herbst 2017 konnte die WG nach fast vier Jahren Vorbereitungszeit in ihre neu gebauten Räumlichkeiten einziehen. Das besondere ist, dass die WG komplett von den Eltern und Bewohner:innen getragen ist. Sie haben sich als Auftraggebergemeinschaft zusammengeschlossen und führen darüber die "Geschäfte" der WG.  

Der Assistenzdienst der Lebenshilfe Dresden sowie ein Pflegedienst übernehmen die Assistenz und Pflege im Alltag. Die Bewohner:innen ohne Behinderungen übernehmen ebenfalls im geringen Maße Assistenzaufgaben. Finanziert wird die Assistenz über das Persönliche Budget.

Video über die 6plus4-WG

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

Träger und Partner

Träger: Auftraggebergemeinschaft 6plus4

Assistenzdienstleister und Prozessbegleitung in der Gründung: Lebenshilfe Dresden e.V. 

Pflegedienst: Pflegedienst Fütterer 

Ort

Dresden-Gorbitz

Entwicklungszeitraum

2014 - 2017

Bewohnerschaft

6 Menschen mit Behinderung und 4 Menschen ohne Behinderung im Alter von 20-45 Jahre 

Wohraum

Gesamtfläche: ca. 320qm

Anzahl der Zimmer: 10 Bewohnerzimmer, 4 Bäder, Gemeinschaftsküche, Garten

Wohnung über 2 Etagen mit Aufzug 

Besonderheiten

Erste inklusive WG in Sachsen

Die Mitbewohner:innen ohne Behinderung sind vorrangig Mitbewohner:innen und haben nur in geringem Umfang verpflichtende, bezahlte Assistenzaufgaben.

Die Gründung wurde intensiv durch die Lebenshilfe Dresden begleitet, ansonsten ist sie autark.

Fragen und Antworten

Wie ist das Projekt entstanden?
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Die Projektidee ist durch die Bewohner:nnen und ihre Angehörigen entstanden. Unterstützt bei der Umsetzung wurden Sie durch das Projekt WOHNENmittendrin der Lebenshilfe Dresden.

Wer wohnt im Projekt? Und wie haben sich die Bewohnerinnen und Bewohner gefunden?
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In der WG wohnen 6 Menschen mit und 4 Menschen ohne Behinderung. Die ersten Bewohner:innen mit Behinderung haben sich entweder schon persönlich gekannt (z.B. über die Werkstatt oder Freizeitangebote). Andere Bewohner:innen sind durch Begegnunsangebote wie den Stammtisch Wohnen auf die WG aufmerksam geworden. Die Bewohner:innen ohne Behinderung sind über Onlineanzeigen auf die WG aufmerksam geworden. Alle Bewohner*innen und potentiellen Mitbewohner:innen haben schon vor Einzug mehrere WG-Reisen miteinander verbracht und zu schauen ob die Chemie stimmt. 

Wie haben Sie den Wohnraum gefunden bzw. entwickelt und finanziert?
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Die Wohnraumsuche war sehr langwierig und es gab verschiedene Objekte die in Frage kamen. Schlussendlich konnte die aktuelle Immobilie über einen Privatkontakt gewonnen werden. Die Investorin hat die Wohnung entsprechend den Wünschen der WG gebaut. Dabei mussten die Grenzen der KDU-Richtlinie Dresden bei der Mietobergrenze eingehalten werden.

Wie ist die Assistenz / Pflege der Bewohnerinnen und Bewohner mit Behinderung geregelt?
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Der Pflegedienst übernimmt den täglichen Frühdienst von ca. 2 Stunden. Dabei unterstützen zwei Pflegekräfte in der WG.  Der Assistenzdienst der Lebenshilfe ist jeden Nachmittag und Abend in der WG. Dabei unterstützen in der Regel drei Assistent:innen in der WG und bei Aktivitäten außerhalb der WG. An einigen Tagen übernehmen die Assistent:innen die Nachtbereitschaftsassistenz. Die Mitbewohner:innen ohne Behinderung übernehmen einmal in der Woche eine Nachtbereitschaftsassistenz und zweimal im Monat eine Freizeitassistenz. 

Wie wird die Assistenz finanziert?
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Die Assistenz und Pflege finanziert sich über ein Persönliches Budget welches vom überörtlichen Eingliederungsträger in Sachsen bewilligt wird. Hinzu kommen noch Pflegesachleistungen. 

Wie ist das Projekt rechtlich aufgebaut?
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Die WG ist keine juristische Person im eigentlichen Sinne. Die Bewohner:innen und deren Angehörige sind als Auftraggebergemeinschaft zusammengeschlossen. Sie treffen alle wichtigen Entscheidungen. Es bestehen individuelle Mietverträge mit den Bewohner:innen. Der Verein Cerebrio e.V. tritt als Hauptmieter für die WG auf und schließt  Untermietverträge mit den Bewohner:innen. Die Assistenz und Pflege wird durch zwei externe Dienstleister erbracht. Einmal der Lebenshilfe Dresden e.V. und der Pflegedienst Fütterer.

Mit welchen Partnern arbeiten Sie zusammen? Was ist wichtig für eine gute Zusammenarbeit?
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Für die Assistenz und Pflege arbeitet die WG mit der Lebenshilfe Dresden e.V. und dem Pflegedienst Fütterer zusammen. Der Verein Cerebrio e.V. ist Hauptmieter der Wohnung und vermietet an die einzelnen Bewohner:innen unter. Wichtig ist eine regelmäßige und gute Kommunikation und klar vereinbarte Prozesse zwischen allen Beteiligten. 

Welche Tipps können Sie anderen geben, die ein Projekt wie Ihres umsetzen wollen?
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Nehmen Sie sich ausreichend Zeit. 
Holen Sie sich die geeignete Unterstützung. 
Lernen Sie von den guten Beispielen. 
Haben Sie Mut neue Dinge auszuprobieren. 

Was war Ihr schönstes Erlebnis im Zusammenhang mit dem Projekt?
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Meine schönsten Momente waren die WG-Reisen, das Crowdfunding der Küche, die WG-Partys und natürlich der Einzug. 

Gibt es etwas, dass Sie beim nächsten Mal anders machen würden?
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Die Gründung eines Vereins hilft aus meiner Sicht, um verlässliche Strukturen zu entwickeln und die WG langfristig auf vielen Schulter zu verteilen.