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Wo viele Leute zusammenleben und -arbeiten, gibt es einiges zu besprechen. Eine gute Besprechungsroutine kann Halt geben, Konflikten vorbeugen und Planungen vereinfachen. Wir zeigen Ihnen, welche Formate sich in inklusiven Wohn- und Hausgemeinschaften etabliert haben und worauf sie beim Ablauf und der Moderation des großen Plenums achten sollten, damit sie für alle verständlich sind und ans Ziel führen.
Auf die Frage, was den Zusammenhalt einer inklusiven Wohngemeinschaft stützt, zählte in unserer deutschlandweiten Erhebung die „WG-Besprechung“ zu den häufigsten Antworten. Die meisten inklusiven Wohnprojekte haben eine bestimmte Routine, in der alle Bewohner:innen und meist auch die beteiligten Fachkräfte an einen Tisch kommen. Hier werden Konflikte gelöst, Dienste, Feste und Urlaube geplant, Neuanschaffungen besprochen und vieles mehr. Nicht zuletzt geht es auch darum, von allen Bewohner:innen zu hören, wie es ihnen gerade geht. In der Regel sind diese Besprechungen verpflichtend, dauern etwa 1–1,5 Stunden und werden von der Koordination der Wohn- oder Hausgemeinschaft geleitet.
In der Praxis finden sich unterschiedliche Namen hierfür, z. B. WG-Besprechung, großes Plenum, Bewohnerrunde oder Hausversammlung. Wir sprechen im Folgenden vom großen Plenum. Auch der Turnus, in dem es stattfindet, variiert in den Projekten. Der Turnus hängt unter anderem damit zusammen, wie eingespielt die Beteiligten sind. So treffen sich inklusive Wohn- und Hausgemeinschaften kurz nach dem Einzug meist wöchentlich, nach einigen Jahren dann nur noch monatlich. Es kann jedoch auch konzeptionelle Gründe geben, warum das Plenum häufiger oder weniger häufig nötig ist. Neben dem großen Plenum gibt es oft noch andere Besprechungsformate, auf die wir am Ende des Artikels eingehen.
Eine gute Vorbereitung des großen Plenums kann wertvolle Nerven sparen und dabei helfen, dass sich alle auf Augenhöhe beteiligen können. Gerade in inklusiven Wohnformen treffen Menschen mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten und Sprachniveaus aufeinander.
Eine gute Besprechung lebt von einem routinierten Ablauf und einer klaren Moderation. Versuchen Sie, ein Tempo und ein Sprachniveau zu finden, das für alle angenehm ist. Zudem kann es helfen, die Besprechungspunkte zu visualisieren, zum Beispiel auf einer Pinnwand oder einem Flipchart. Manche Menschen benötigen aufgrund ihrer Behinderung oder ihrer Sprachkenntnisse eine Assistenz. Diese sollten Sie als Moderator:in nicht zusätzlich übernehmen, sondern an andere delegieren.
An folgendem Ablauf können Sie sich orientieren:
1. Begrüßung
2. „Blitzlicht“: Wie geht es allen?
3. Klärung: Wer schreibt Protokoll?
4. Check: offene Punkte vom letzten Plenum
5. Themensammlung: Worüber sprechen wir heute?
6. Ggf. Ergänzung weiterer Punkte
7. Besprechen der einzelnen Punkte:7.1. Inhalt vorstellen
7.2. Diskussion
7.3. Ggf. Festlegen von:7.3.1. Aufgaben
7.3.2. Zuständigkeiten
7.3.3. Fristen8. Absprache Termin nächstes Plenum
Prüfen Sie bei jedem Thema, ob es im großen Plenum richtig ist, oder besser in anderer Runde behandelt werden sollte. Achten Sie darauf, dass ein Thema nach dem anderen behandelt und abgeschlossen wird. Springen zwischen Themen verwirrt unnötig. Bleiben Sie möglichst in Ihrer Rolle als Moderator:in. Wenn Sie die Rolle verlassen, machen Sie dies deutlich („Ich spreche jetzt mal kurz für mich. Mir kam es letztens so vor, …“).
Im besten Fall sind nach dem Plenum alle Aufgaben verteilt. Haken Sie gegebenenfalls nach, ob jemand Hilfe bei seiner Aufgabe benötigt. Wenn sich jemand sehr zurückhaltend verhalten hat, fragen Sie nach, ob alles verstanden wurde. Falls es während der Besprechung zu Konflikten kam, sprechen Sie in einer ruhigen Minute mit den Beteiligten. Wer das Plenum verpasst hat, sollte das Protokoll erhalten und lesen.
Je nach Konzept des inklusiven Wohnprojekts, ist es sinnvoll andere Formate zu etablieren, in denen ausgewählte Beteiligte zusammenkommen.
Der dargestellte Besprechungsleitfaden des großen Plenums kann auch für die ergänzenden Formate eine hilfreiche Grundlage sein.